Checkliste: Gastauftritt in einem Live-Stream

Um einen Live-Stream auf Facebook, YouTube, LinkedIn oder anderen Plattformen durchzuführen gibt es doch einige Dinge zu beachten und definitiv zu üben. Einfach mal so starten, ist gar nicht so einfach wie man denken sollte. Investiere also einige Minuten in die Qualität deines Auftritts, deine Zuschauer und Zuhörer werden es Dir danken!

Bist Du als Gast bei mir im Live-Stream eingeladen? Oder bei einem unserer Kolleg*innen? Dann bist Du zu Beginn unter Garantie ähnlich nervös wie auf der großen Bühne. Zu recht! Die Bühne ist nämlich das ganze Internet. Der Live-Stream steht nachher als Aufzeichnung zur Verfügung und kann von unbegrenzt vielen Personen gesehen werden.

Ja, viele der Tipps können auch für einen normalen Videocall angewendet werden.

Es lohnt sich also etwas in die Optimierung des eigenen Auftritts zu investieren. Vor dem großen Bühnenauftritt schaut man doch auch nochmals in den Spiegel oder?

Aus Fehlern anderer lernen. Aktuell gibt es von mir und mit mir folgende regelmäßige Live-Stream Formate:

Schau doch mal die eine oder andere Aufzeichnung an. Achte insbesondere nicht auf das was gut funktioniert, sondern achte explizit auf das was Dich selbst beim anschauen stört. Denn natürlich mache ich selbst und wir in den Streams definitiv Fehler. Genau diese Fehler stören Dich als Zuschauer und genau an den Fehlern kann man am besten wachsen – vermeide unsere/meine Fehler und Dein Stream-Auftritt wird Klasse!

Übrigens! Wenn Du in einem der obigen Live-Streams selbst als Gast teilnehmen möchtest und etwas zu diesen Projekten beitragen möchtest und kannst, dann spreche mich hier auf LinkedIn per Direktnachricht an. Oder schreib es einfach direkt in die Kommentare, wenn Du auch Reaktionen von anderen Mitleser*innen möchtest.

Checkliste für Deinen Auftritt!

Fakt! Man kann man viele (aber nicht alle) der nachfolgenden Punkte auch auf das normale Video-Meeting im Geschäftsalltag anwenden. Bist Du also nur neugierig und liest hier immer noch, obwohl Du kein Gast in einem Live-Stream bist. Dann nehme unbedingt einige der Tipps für deine Videocalls mit!

1. Sorge für eine SICHERE Internetverbindung

Bevorzuge eine Verbindung per Netzwerkkabel. WLAN funktioniert immer. Immer dann wenn es aber darauf ankommt, … Murphys Law.

LTE/5G ist zwar cool, man kann es überall nutzen, aber bitte nicht mobil. Eine schwankende Geschwindigkeit wird deinen Auftritt „killen“.

Die Verzögerungen (Latenzen) über eine Netzwerkverbindung per Kabel sind deutlich geringer als in einem WLAN oder anderweitiger Funkverbindung. Denke auch und gerade im Home-Office daran, dass deine Internetleitung vermutlich von deiner Familie ebenso verwendet wird. Wenn also im Kinderzimmer während deinem Live-Stream oder Webinar plötzlich das Streaming vom Kika-Kanal stattfindet, könnte eventuell auch deine Streaming-Qualität leiden.

Übrigens auch bei einer LTE-Verbindung teilst Du Dir die verfügbare Bandbreite mit allen anderen Teilnehmern die in dieser Funkzelle eingebucht sind. Auf diese Teilnehmer hast Du keinen Einfluss, das Kinderzimmer bekommst Du vielleicht unter Kontrolle – die LTE-Zelle definitiv nicht.

Mein Tipp: Verwende das Netzwerkkabel! Egal wie sexy die anderen Lösungen sind.

2. Deine Audioqualität ist WICHTIG!

Sehr wichtig. Sorge für eine absolut ruhige Umgebung.

Schließe alle Fenster, Türen und schalte alle anderen Geräte ab. Stelle auch dein Telefon auf lautlos. LAUTLOS – auch kein Vibrationsalarm. Am besten schaltet Du dein Smartphone aus. Dein Tisch ist ein prima Resonanzkörper, die Zuschauer des Live-Streams werden den Vibrationsalarm deines Smartphones deutlich intensiver wahrnehmen, als Du selbst.

Tastatur und deine Hänge! Habe sie unter Kontrolle. Wenn Du während einer laufenden Aufzeichnung auf deiner Tastatur tippst rechne damit, dass das sehr laut für deine anderen Gesprächsteilnehmer und auch für die Zuschauer des Streams zu hören ist.

Headset – sieht doch doof aus!

Ja, es ist schick – KEIN Headset bei einem Videocall auf dem Kopf zu haben. Es schadet deiner Frisur und überhaupt es sieht nicht besonders toll aus. Wenn der Ton Murks ist, dann wird Dir niemand lauschen – egal wie toll Du aussiehst. Sorry.

Sorge für großartigen Ton. Das ist die Wahrheit. Großartiger Ton. Danach kümmere Dich um das Bild und dein Aussehen. Kümmere Dich um großartigen Ton!

Nutze also bitte unbedingt ein Headset mit Mikrofon und Kopfhörer. Als einfache Lösung funktionieren sehr gut die Headsets die Smartphones beiliegen. Professioneller geht natürlich auch, sprengt aber hier den Rahmen. Spreche mich hierzu einfach an.

Nutzt Du ein Bluetooth-Headset denke unbedingt daran vor unserem Stream den Akku ausreichend zu laden. Ist dein Akku „fit“ genug? Hält er über die komplette Dauer des Streams sicher durch? Wenn Du Dir nicht sicher bist, teste es oder verwende lieber ein Smartphone-Headset mit Kabel.

Nutzt Du den Lautsprecher und das Mikrofon deines Notebooks wird es immer zu einem Echo kommen – das ist keine gute Wahl! Die Tonqualität des gesamten Live-Events wird leiden. Denn dadurch hört man dann auch jeden anderen Gesprächspartner doppelt über dein Mikrofon im Stream. Bitte verwende daher auf jeden Fall ein Headset – das ist zwingende Voraussetzung für eine tolle Qualität. Der Ton ist deutlich wichtiger wie das Kamerabild. Nochmal: Nutzt Du dein Notebook ohne externes Headset für die Tonaufnahme wird die gesamte Audioqualität leiden, auch die aller anderer Teilnehmer. Wenn Du also für Dich entscheidest, dass das Headset nicht schick aussehen sollte, dann reißt Du damit die Audioqualität aller anderen Teilnehmer ebenfalls in den Keller.

Die Möglichkeiten an einem Live-Stream teilzunehmen sind heute unbegrenzt. Unser LiveBarTalk wird beispielsweise zusätzlich als Podcast bereitgestellt. Wenn ich nun selbst auf der Tastatur tippe oder ständig meine Entfernung zum Mikrofon ändere, hat das massiven Einfluss auf das Hörerlebnis im Auto oder beim Lauftraining. Höre einfach mal hier rein: https://www.bartalk.live/listen – lerne von unseren Fehlern! Was gefällt Dir nicht? Schreibe es mir auch gerne. So werden wir gemeinsam besser.

3. Webcam reinigen!

Nutzt Du deine Webcam deines Notebooks oder deines Smartphone, dann denke daran die Linse zu reinigen. Im Alltag fingern wir auf der Linse mit unseren „Fettfingern“ rum. Das Bild das ohne eine Reinigung zustande kommt ist vorsichtig ausgedrückt „nicht schön“.

Nehme ein weiches Baumwolltuch. Damit sind die „Fettfinger“ schnell weg und es gibt kein unschönes milchiges Bild von Dir.

4. Du brauchst Licht

Für ein gutes Kamerabild ist Licht notwendig. Jede Menge Licht. Du hast also die Wahl entweder unzählige Lichtquellen zu kaufen und zu installieren oder aber Du setzt Dich einfach vor ein Fenster. Vor ein Fenster, heißt Du schaust aus dem Fenster! Dein Notebook ist zwischen Dir und deiner Lichtquelle (=Fenster).

Also die Lichtquelle vor Dich, nicht hinter dich. Du musst gerade aus dem Fenster schauen. Deine Kamera muss zwischen Dich und dem Fenster (deiner Lichtquelle).

Achtung: Wenn die Lichtquelle hinter Dir ist, wirst Du Dunkel sein und das Kamerabild wird gruselig.

Ja, eine gute Kamera ist auch toll. Nein, die ist nicht unbedingt notwendig. Ich selbst setze seit vielen Jahren eine Logitech C920 ein, diese Webcam ist gut und günstig (ca. 100 Euro – allerdings nicht während einer Pandemie). In „Low-Light Umgebungen“ taugen diese günstigen Kameras aber nichts.

5. Generalprobe! Testen!

Ein Live-Event ist ohne doppelten Boden. Was da schief geht oder nicht funktioniert sorgt genau für den gleichen Stress wie auf der großen Bühne! Denke immer daran, die Zuschauer sind mit einem Mausklick weg.

Teste also dein Equipment! Verändere danach bis zum Live-Event möglichst nichts mehr und verwende während dem Live-Event das exakt gleiche Setup!

Eine kleine Warnung! 🙂

Zuschauer eines Live-Streams sind deutlich ehrlicher und kritischer, wie Gäste in einem Raum die Dir live zuhören! Eine Ablenkung ist EXAKT EINEN MAUSKLICK entfernt. Wenn also jemand den Eindruck hat Du liest ab, dann ist er weg … wenn Dein Ton „miserabel“ ist, dann ist der Zuschauer weg … wenn der Inhalt nicht interessant für den Zuschauer ist, ist er weg …

Denn in einem Trainings-Raum sieht jeder wenn jemand aufsteht und geht, also bleibt der Gast aus Höflichkeit, zuhören wird er Dir trotzdem nicht. Bei einem Live-Stream sieht man nur dass die Zuschauer-Zahl sinkt. Nicht aber wer gerade den Raum verlassen hat.

Investiere also Zeit in deinen Gast-Auftritt. Das ist eine Visitenkarte die bleibt und mit der Du mächtig positiven Eindruck hinterlassen kannst!

 


 

Kai Osthoff
Gründer und Inhaber von Osthoff innovations 

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